… aus meiner Sicht 😉

2004 muss es ungefähr gewesen sein, da habe ich die ersten „bunten“ Hunde mit verschiedenfarbigen Augen und mit-ohne Rute kennen gelernt. Ein bunter Hund nix für schwache Nerven? Definitiv 🙂 aber welcher Hund ist das schon… Immerhin reden wir hier über ein kuscheliges buntes nervenstarkes Arbeitspowerpakt was bis vor einigen Generationen noch den Schneid hatte sich vor ein aus der Herde ausbrechendes Rind zu stellen. Das ist noch da in dem bunten Hund. Mal mehr und mal weniger.

Fasziniert von ihrer Art, ihrem Leistungswillen und ihrer Präsenz habe ich angefangen mich zu informieren. Ja, bei Ärger auf dem Hundeplatz waren die dort verschrieenen „bösen“ Aussies auch oft mit dabei. Dies in meinen Augen nicht resultierend aus der Unverträglichkeit oder gar Grundaggressivität wie einige Trainer meinten. Nein. Wenn halt kein Trainer vor Ort ist um einen Konflikt zu lösen nimmt der Aussie die Führung in die Hand und schreitet voran bzw. klärt in der pubertierenden pöbelnden Meute. Grenzenloser Freilauf von +50 Hunden  unterschiedlichster Rassen ohne Steuerung von erfahrenen Trainern ist definitv nichts für einen Aussie. In einer reinen Aussie-Gruppe mag es noch gut gehen, aber nicht wenn viele verschiedene Hundetypen aufeinanderrasseln.

Die Opitk des Aussies: heiß diskutiert. Kopf, Ohren, Gebäude, Fell, Augen, Rute, Pfoten. Lest Euch den Rassestandard vom ASCA durch, stöbert durch die  Bücher All about Aussies und Unforgettable Aussies. Super Interessant ist die Sammlung von Lisa Mc Donald bezüglich auf Farben/Fehlfarben usw. Schaut Euch auf ASCA-Turnieren und Shows verschiedene Typen an (Arbeits-, Show-, Mixlinie), lernt die Hunde live kennen. Wenn ihr einen Sportpartner sucht (und damit meine ich nicht 1-3 mal im Monat Agi, Flyball oder so) dann empfehle ich Euch das Puppy-Puzzle als DVD. Macht Euch schlau über die Anatomie des Hundes und was was beinflusst.

Er hat den Wachtrieb. Die Klingel an der Tür meldet Besuch. Ist o.k., die Entscheidung des Hundeführers wie weit er es zulässt. Nur Schwanzwedeln, Bellen, komplettes Ausflippen? Muss jeder für sich selbst entscheiden. Nur soviel: Jede Aufregung (auch die Positive in freudiger Erwartung) treibt den Puls in die Höhe. Ist dies nötig?

Den Schutztrieb habe ich auch schon kennen gelernt. 😮 Einst stellte sich ein kleiner blauäugiger Junghund zwischen einen unbekannten Mann und ihr 2 1/2 jähriges Frauchen, weil dieser gebeugt auf sie zukam und sagte „na was bist du denn für ein niedliches Kind“. Oha. Ich stellte mich vor den Hund und signalisierte ihr dass ich die Situation übernehme.

Der Aussie als Ein-Mensch-Hund. Ja, auch das gibt es. Habe ich zu Hause ❤ . All unsere Hunde waren schon zu Besuchszeiten beim Züchter freundlich, offen und interessiert an uns. Bis auf Max. Max nahm ich in die Arme und er schaute mich an und sagte mir: Du und ich … für immer … bis zum Ende. Mit den Menschen meiner Familie ist er lieb, freundlich und folgsam; weil er weiß das es mich freut und das es sich „so gehört“. Mich liebt er bedingungslos, lässt für mich Futter, Spielzeug und Hündinnen in der Standhitze stehen ohne das ich was sage. Heißt: Kann es geben, muss es nicht. Und wenn ihr „ihn“ habt, den Ein-Mensch-Hund, dann ist es auch nicht schlimm; er wird auch andere Menschen lieben, ihnen folgen und treu sein.

Aussies sind laut. Ja, es sind Treibhunde. Und Treibhunde arbeiten auch mit der Stimme. Definitv. Cora heizt im Rolzspiel mit ihrer Stimme die Gruppe an. Max bellt beim Treiben und zu Hause hört man oft sein „wowowwowow“. Lena erzählt morgens, mittags und abends ihre Geschichte und klappert mit den Zähnen. Ja, Aussies können grinsen. Lotta ist sich selbst noch am finden, aber die Welpenzeit lässt uns ahnen, dass auch sie sehr kommunikativ ist 😉 .

Lässt sich der Aussie leicht erziehen? Ja, und genau so leicht verziehen oder gar nicht erst erziehen. Mit klaren Regeln und Ansagen hat der Aussie keine Probleme. Das Mär mit dem Ignorieren des Fehlverhaltens oder nur positve Bestärkung ist in meinen Augen nichts für den Aussie. Er spiel klar, manchmal hart und immer fair. Genauso bitte kann er auch erzogen werden. Das Erziehen ist Euer Job! Nicht der des Züchters. Und man kann auch einen alten Hund noch erziehen. Dauert halt nur etwas länger. Der Aussie ein Menschenfreund? Nunja… Die eigene Familie wird er lieben, Freunde mögen; Fremde werden ihm wohl egal sein (kommt meist erst im Alter). Es kann auch sein, dass er das in der Familie lebende 1 jährge Mädchen innigst liebt und auf Nachbars 5 jährigen Buben mit Unsicherheit reagiert. Kind ist nicht gleich Kind! Geschlecht und Alter können eine große Rolle spielen.

Aussies sind wie Autoscooter. Absolut ja. Sie spielen körperlich sehr betont und Rassefremden stockt oft das Herz wenn Töchterlein beherzt reingreift und mitmengt oder zur Ordnung ruft. Nicht nur das Maul, der ganze Körper wird eingesetzt. Meist erklärt sich einer zum „Hasen“ und lässt sich mit Freude jagen und zu Fall bringen. Eigentlich lösen sich diese Spiele wieder zu einem ruhigen miteinander auf. Wenn dem nicht so ist ist es die Aufgabe vom Menschen einzuschreiten. Im Gegensatz dazu mögen es einige nicht in der Konzentration (zB bei Unterordnung) angefasst zu werden. Das Highlight ist das abendliche Kuscheln auf dem Sofa. Jeder kommt mal hoch zum Rudelschmusen, es werden die Positionen gewechselt und jeder ist zufrieden. Interessanter Weise ist (bis auf Max ab und zu; der dann da liegt wo ich immer sitze) keiner auf dem Sofa wenn wir nicht drauf sitzen.

Im Laufe der letzten +10 Jahr habe ich auch einige Raufereien gesehen. Klar. Hierzu nur folgendes: Aggressionen gehören zu den Hunden, es ist auch eine Art der Kommunikation. Er darf doch auch mal „Ar***l***“ sagen, oder? So lange eine Rauferei laut ist ist alles „gut“. Sorge besteht wenn es leise wird… Dann geht es oft schnell und bis zum bitteren Ende eines Fightpartners. Bei Unsicherheit: Maulkorb bringt Sicherheit und ist keine Schande!

Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe. Ja, ein Aussie lernt schnell, leicht und es macht so viel Freude! Trotzdem: der durchschnittliche Hund im Erwachsenenalter braucht zwischen 17 und 20 Stunden Ruhe pro Tag. Welpen, kranke Hunde und alte Tiere benötigen noch einmal mehr Erholung und kommen somit auf bis zu 22 Stunden täglich. Die meiste Zeit verbringt der schlafende Hund in einer leichten Schlafphase. Lediglich fünf bis acht Stunden täglich sind sogenannte Tiefschlafphasen. In der restlichen Zeit bitte dosierte Auslastung, der Hund muss auch Langeweile lernen und ertragen können.  Ihr habt +10 Jahre Zeit Eurem Hund Gehorsam, Tricks und Sport beizubringen. Lasst ihm die Welpenzeit ❤ . Der Arbeitshund Aussie: glaubt ihr ernsthaft dass die alten Züchter in der USA ihren Welpen damals tägliche Bespaßungen wie Welpenstunde, Bällebad und Spielgruppen geboten haben? Glaube ich nicht. Der Welpe wird Ruhe an der „Leine“ gelernt und viel zugeschaut haben. Googelt mal im www nach einem Röntgenbild Welpe und überdenkt dann bitte nochmal Euer Welpen/Junghundprogramm.

Futter logisch braucht der Hund. Nur was? Billig-Trofu aus dem Discounter? Premium-Trofu, Dosenfutter, Barf „einfach“ oder gleich die Hardcore-Variante alles lauwarm beim Schlachter abholen? Ganz einfach: Schaut wo ihr Euch wieder findet ohne dass es Euch ekelt (mich schüttelt es bei manchem Dosenfutter zB mehr als bei frischem Pansen 😉 ). Wichtig ist, dass es der Hund verträgt, heißt keine Hautausschläge, Unverträglichkeiten, Blähungen, Allergien und – ganz wichtig – dass der Output stimmt. Denn sind wir mal ehrlich: Es ist absolut *bäh* wenn man immer schmierige, weiche Häufchen einsammeln muss. Feste, relativ geruchsarme Würste sind da viel netter 😉 . Ansonsten: Naturkauartikel für den Hund und immer mal wieder Obst und Gemüse (nachlesen was für den Hund gut ist)  für die Zähne. Ich habe glaube ich schon so ziemlich alles durch: Trofu aus dem Discounter: prima, lecker nur der Output lies zu wünschen übrig. Premium-Trofu: nunja, nicht wirklich besser als der Durchschnitt. Dosenfutter: einiges nettes aber viel Schlepperei und Müll. Barf: bestimmt Zufall: Der Jungund der gebarft wurde hat saumäßige Zähne… Habe mich an die Berechnungen gehalten. Frau Blauauge hat vieles stehen lassen oder wieder raus gewürgt. Schlachter-Extrem: War ich bei Freunden mal dabei; ganz ehrlich: mehrstündige Hack, Wolf und Schneid-Events in der Küche brauch ich nicht, meine Hunde nicht und meine Familie auch nicht.

Die Gesundheit… ein viel diskutiertes Thema. Nutzt die Möglichkeiten die es heutzutage gibt, wir reden hier schließlich über Euren Lebenspartner für viele Jahre. Fakt ist: auch ein Hund vom erfahrenen Züchter der viel und gut geplant hat kann euer Sorgenkind werden. Der Welpe von Nachbars-Lumpi kann vor Gesundheit nur so strotzen und ein ewiges gesundes Leben haben. Alles kann, nichts muss… Ist leider so. Eine Garantie kann Euch keiner geben, nur das Versprechen für sich alles Menschenmögliche getan zu haben um Euch einen gesunden Welpen zu verkaufen. Die Urmutter der Gesundheitsfindung des Aussies ist C.A. Sharp. Unermüdlich sammelt sie seit Jahrzehnten Daten und Fakten und gibt ihr gesammeltes Wissen sehr transparent weiter. Wir z.B. haben 3 „seriöse“ Aussies und ein „Kind der Liebe“ . Fakt ist, dass das Kind der Liebe die OP und Krankenstatistik anführt. Das liegt in meinen Augen aber nicht an den fehlenden Papieren sondern „ist halt einfach“ so. Herbstgrasmilben: seit ihrem 3. Lebenjahr ein Thema an den Pfoten. Haben auch Züchter in ihren Linien, kann keiner voraus sehen. Aktuell: Zahnfistel: kommt in den besten Familien vor. Kreuzbänder: wohl dem Wachstum geschuldet (der Hund wurde auf Empfehlung des TA vor der ersten Läufigkeit kastriert. Würde ich im Leben nimmer machen.). Interessant hierzu: Entgegen der landläufigen Meinung dass diese Hunde nie erwachsen werden: Diese Hündin ist war früh erwachsen und vernünftig gewesen.Dummfug gab es bei ihr nicht.

Was ist der Aussie für mich? Ganz einfach: Er ist ein absolut toller, vielseitiger sehr facettenreicher Hund der einen souveränen Menschen braucht. Dann geht man als Team durch dick und dünn, vom Himmel in die Hölle und wieder zurück ❤ .

 

Advertisements